Heute erkunden wir den Souk in Salalah, das historische Grab des Propheten Hiob und schauen uns das Weihrauchmuseum in Salalah an.

8. Tag Sonntag 26.2. 2017 in Salalah

 

Wir haben sehr gut geschlafen in unserer Suite. Es ist ruhig hier bis auf das leise Rauschen der Klimaanlage, die man durch das Haus hört, obwohl wir die Anlage im Wohn und Schlafzimmer abgeschaltet haben.

 

Jetzt müssen wir erst mal das Frühstücksrestaurant finden. Aber wir brauchen nur den Leuten zu folgen, die hier unterwegs sind aus den ca. 400 Betten, die es in der Anlage gibt. Irgendwie ist alles sehr unpersönlich hier, die Angestellten grüßen freundlich, die Gäste beachten die anderen nicht, hier ist jeder "Einzelkämpfer" für sich. Die meisten Männer in kurzen Hosen, manche Frauen aufgeputzt, andere auch in Shorts. Schon seltsam, diese europäische Lebenseinstellung. Abschottung, lass das Fremde nicht an mich heran! Egal wir grüßen freundlich und manchmal kommt auch überrascht eine Antwort.

 

Im Frühstücksrestaurant ist einiges los, viele Leute müssen abgefüttert werden. Gut gefüllte und verteilte Buffets bieten genug für jeden. An manchen Stellen etwas Gedränge, aber es geht alles doch sehr schnell. Unser gefüllter Teller steht vor uns, woher bekommen wir jetzt unseren Kaffee oder Tee. Schon sind dienstbare Kräfte mit Kaffee- und Teekannen da. Nachdem wir uns mit frisch zubereitetem Omelette, leckerem Brot, Obst und Joghurt gestärkt haben, sind wir bereit, auf Erkundungstour zu gehen. Zuerst müssen wir aber nochmal zurück in unsere Suite und verlaufen uns gründlich in der riesigen Anlage. Wir sehen das als Sight-Seeing-Tour.

 

Dann erst nochmal ins Empfangsgebäude, denn nur hier und in den Restaurants gibt es Internetverbindung - und eine wunderbare Espresso- Bar, in der wir unsere Emails checken. Dann lassen wir uns unser Auto bringen, denn das wurde gestern Abend von den Angestellten zum Parkplatz gebracht.

 

Los geht's in Richtung Salahla. Sobald wir einen Weg sehen, der zum Strand führt, fahren wir direkt ans Meer. Im Sand weiter zu fahren trauen wir uns nicht, Outlander hin - Outlander her... Der Strand ist komplett leer, rechts und links niemand zu sehen, allerdings auch kein bisschen Schatten, und die Sonne brennt schon ganz ordentlich.

 

Oman, Urlaub 2017; Strand in Salalah, nur eine einsame muslimische Familie ist am Baden, wir halten uns fern.
Bild 1 Strand in Salalah, nur eine einsame muslimische Familie ist am Baden, wir halten uns fern.
Oman Urlaub 2017; Vögel am Strand von Salalah, Blick zurück auf die Stadt
Bild 2 Vögel am Strand von Salalah, Blick zurück auf die Stadt

Weiter geht's in Richtung Weihrauchsouk, denn wir wollen heute Weihrauch einkaufen. Schnell sind wir da, parken kein Problem, vormittags ist hier noch nicht viel los. Wir bummeln durch die schmalen Gassen mit den Händlern rechts und links. Meistens Verkäufer aus Indien oder Pakistan, dazwischen aber auch einige verschleierte Frauen, die ihre Waren anbieten. Nachdem wir den gesamten Souk durchquert haben, will mein Weib zu einer bestimmten Frau, die für sie eine gute Ausstrahlung hatte. Wir müssen etwas suchen, und kommen dann zu ihrem kleinen Stand. Ich setze mich, und meine Frau zeigt der Frau, was wir wollen. Sie versteht und spricht ein wenig englisch. Zuerst ist sie etwas reserviert, doch schnell taut sie auf, als sie merkt, wir wollen wirklich etwas kaufen. Ihre fröhlichen Augen blitzen hinter der Brille, viel mehr sehen wir nicht von ihrem Gesicht. Sie ist ausgesprochen "lachbereit" und sie und meine Frau kommen bestens miteinander klar. Der Stapel auf dem Tisch wird größer. Außer dem Preis sagt sie uns zu jeder Ware, was drinsteckt, lässt uns die Düfte riechen, will uns unbedingt eine Creme geben, die wohl aphrodisierend auf Männer wirken soll, zeigt auf mich und kichert vor sich hin. Als wir alles zusammen haben, will ich wissen was alles kostet. Anscheinend kann sie nicht rechnen, denn sie holt einen Jungen Inder aus dem Nachbarladen. Den Preis von allem zusammen habe ich schon ausgerechnet, der junge Mann kommt auf das gleiche Ergebnis. Wir feilschen noch ein bisschen herum, bekommen noch einen Nachlass und sie schenkt uns noch die tolle Creme (wir haben sie noch nicht getestet) Wir machen noch ein paar Bilder mit ihr zusammen, sie hat damit keine Probleme und ist ständig am Lachen. Sicher ein gutes Geschäft für sie. Und wir freuen uns auch, denn es hat wirklich Spaß gemacht, bei ihr einzukaufen. Sie sagt uns noch ihren Namen, und wir sollen unbedingt wiederkommen.

 

Wir ziehen weiter, am Ende des Souks gibt es einen kleinen Coffeeshop, wo wir uns niederlassen wollen. Zwei Einheimische fordern uns auf, uns zu Ihnen zu setzen. Der eine spricht etwas deutsch und hört nicht mehr auf zu reden, ab und zu sind ein paar deutsche Wörter im Zusammenhang, und wir verstehen was er will, er erzählt uns von Gästen, die er mit seinem Taxi gefahren hat, und von einem Freund in Düsseldorf. Wir nicken ab und zu, grinsen manchmal, das genügt ihm wohl. Er verhandelt mit dem Cafébesitzer und sagt uns, dass er unser Wasser und den Kaffee schon bezahlt hat. Sein Freund der dabei sitzt und einen intelligenteren Eindruck macht, schaut uns manchmal verständnisvoll und mit den Augen rollend an. Wir ertragen den Guten noch etwas, dann verabschieden sich beide, und gehen wieder zu ihren Taxis.

 

Oman Uralub 2017; Im Coffeeshop, kontakt zu Omanis
Bild 7 Im Coffeeshop, kontakt zu Omanis

Zurück zum Auto und auf in die westlichen Berge. Wir wollen zum Grab des Propheten Hiob. Es liegt ca. 20 km in den Bergen, dank Garmin finden wir es schnell. Unterwegs müssen wir mehrfach anhalten, weil Kamele auf der Straße lässig dahin trotten und es ihnen völlig egal ist, wenn ein Auto ein riskantes Bremsmanöver hinlegen muss.

 

Dann sind wir dann auf dem Gelände, auf dem sich das Grab befindet. Ein paar einheimische Familien sind auch hier. Vor dem Gebäude mit dem Grab, ist Schuhe ausziehen angesagt und schnelles Flitzen über die aufgeheizten Steinplatten. Wir setzen uns auf den Teppich und lassen die Atmosphäre auf uns wirken. Insgeheim fragen wir uns immer, ob die Teppiche dieser "heiligen" Stätten aufgrund ihrer "Bestimmung" automatisch gegen Fußpilz &Co immun sind - hoffentlich! Eine wie auch immer verklärte Stimmung stellt sich nicht ein, aber es ist ein gutes Gefühl, dass an solchen Orten Muslime und Christen einen gemeinsamen Glaubensbezug haben.

 

Urlaub Oman 2017; An Hiobs Grab
Bild 13 An Hiobs Grab

Wir gehen wieder zurück zum Auto und fahren ein paar Meter zu einem kleinen Restaurant. Auf der Terrasse sitzt ein einzelner Omani und bittet uns gleich an seinen Tisch. Said stellt sich vor, wir auch. Er spricht recht gut englisch und eine lebhafte Unterhaltung entwickelt sich. Er war angestellt beim omanischen Fernsehen, hatte aber keine Lust auf die Hitze in Muscat, und ist wieder zurück nach Salalah in die kühleren Hügel. Er hat jetzt viele Kühe und lebt vom Milchverkauf. Said ist sehr gut informiert, weiß, dass in Deutschland dieses Jahr Wahlen sind, und daß gerade ein neuer Präsident gewählt wurde. Er fragt uns auch nach der AFD und ist sehr interessiert an allem, was politisch auf der Welt abgeht. Wir sitzen fast drei Stunden hier zusammen und schwätzen über Gott und die Welt. Zwischendurch essen wir eine Kleinigkeit und gegen 16:00 verabschiedet er sich herzlich; der Muezzin ruft zum Gebet.

 

Wir fahren wieder zurück nach Salalah durch Herden von Kamelen, die jetzt wohl alle unterwegs sind auf ihre Heimatweidegründe. In Salalah schauen wir das Weihrauchmuseum an, das sich mehr als historisches Museum entpuppt. Es ist klein, gerade die richtige Größe, dass man alles noch aufnehmen kann. Hier sehen wir auch die Weihrauchbäume, deren Harz den begehrten Duft verströmt. Zurück im Hotel machen wir es uns bequem auf unserer Terrasse, gehen später gemütlich zum Essen und dann ab ins Bett.

 

Oman Uralub 2017; Ein Weihrauchbaum, das muß ich mir genauer ansehen
Bild 14 Ein Weihrauchbaum, das muß ich mir genauer ansehen
Oman Urlaub 2017; Unsere Strecke von heute
Bild 15 Unsere Strecke von heute