Urlaub Sizilien 2016

Erster Tag von zu Hause nach Luino am Lago Maggiore

Unsere grob geplante Fahrtstrecke
Unsere grob geplante Fahrtstrecke

 

Am Sonntagmorgen, den 20.3 geht es los. Lange haben wir uns darauf gefreut, denn Sizilien ist irgendwie etwas Besonderes für uns. Wir haben von Italien schon viel gesehen, aber Sizilien fehlt bisher noch in unserer "Sammlung". Vorbereitet haben wir nicht sehr viel, wir wollen, wie meistens, darauf losfahren und sehen, wo wir dann landen. Lange haben wir diskutiert, ob wir fliegen und uns ein Auto mieten, oder die lange Strecke selbst fahren. Gewonnen hat das Selbstfahren, das uns viel mehr Vorteile bietet. Vor allen Dingen können wir im Auto so viel mitnehmen wie wir wollen und, wir können uns unterwegs Plätze ansehen, an denen wir schon einmal waren, bzw. wo wir unbedingt einmal hinwollen.

Am Sonntag stehen wir wie üblich gegen 7:15 auf und machen uns gemütlich fertig. Frühstücken wollen wir unterwegs. Das Auto ist schnell beladen. Fast alles ist im Kofferraum, nur ein paar Jacken liegen auf dem Rücksitz. Kurz vor 9:00 starten wir. Meine Frau übernimmt die erste Strecke. Leider ist es sehr bewölkt und diesig, aber das ist uns egal - wir hoffen auf Frühling.

Schnell sind wir an Würzburg vorbei und biegen ab auf die A7 in Richtung Ulm-Kempten. Am Rasthof Ellwanger Berge legen wir einen Stopp ein, denn das Loch im Magen muss gefüllt werden. Mit getoasteten Paninis und einem doppelten Espresso stimmen wir uns auf Italien ein. Natürlich tropft der Käse gleich auf meine Jeans, damit bin ich schon mal für den Urlaub markiert.

Jetzt übernehme ich das Steuer und mit 130 Sachen geht es weiter in den Süden. Ab und zu lässt sich jetzt auch die Sonne blicken. Es bleibt erst mal diesig und wir können die Berge noch nicht sehen. Sch....... kurz vor Bregenz erwischt mich dann wieder einmal ein Blitzer. In einer 100er Zone, fahre ich so knapp 120. Mein Weib hat mich auf die Geschwindigkeitsbegrenzung aufmerksam gemacht, aber nur den Fuß vom Gas nehmen reicht halt nicht. Mal sehen was da wieder heraus kommt.

 

An der Grenze nach Österreich kaufen wir uns ein Bapperl, das uns die Durchfahrt durch das Alpenländle für 8 Tage erlaubt. Die Grenzstation ist nicht besetzt, bis hierher ist also die Flüchtlingsproblematik noch nicht vorgedrungen. Wir brauchen das Bapperl nur für ca 30 Minuten, aber auch auf der kurzen Strecke kann man erwischt werden. Naja, haben wir unsere kauzigen Nachbarn halt um 8,80 € reicher gemacht. Zusätzlich noch das Bapperl für die Schweiz, das allerdings bis Ende 2016 gilt, und das wir sicher noch später im Jahr brauchen werden.

Auch an der Grenze zur Schweiz ist niemand zu sehen, also einmal umschauen und weiter geht es jetzt immer am Rhein entlang in Richtung Süden bei leichtem Dunst, der uns zwar die Berge ahnen lässt, aber den Blick auf die beeindruckende Berglandschaft wie in einem Märchen hinter einem leichten Schleier verbirgt.

Das Fahren ist hier sehr gemütlich bei 120 kmh geht es voran bei nur wenig Verkehr. Die Sonne kommt jetzt immer mehr durch und enthüllt nach und nach die schneebedeckten "Riesen". Es geht immer aufwärts, und rechts und links können wir bald eine geschlossene Schneedecke sehen. An der Schlucht "Via Mala" fahren wir von der Autobahn herunter und schauen uns die Schlucht an. Der Bestseller von John Knittel ist uns noch in guter Erinnerung. Am Schluchteingang können wir nur ein paar Treppen nach unten steigen, da hier alles noch mit Schnee bedeckt ist, aber für ein paar Fotos von den beeindruckenden Felswänden und dem reißenden Bach reicht es.

 

Weiter geht es nach Süden. Der Pass über den San Bernardino ist geöffnet, aber wir entscheiden uns für den Tunnel.

 

Das Thermometer im Auto zeigt in der Zwischenzeit schon 15 Grad, und es wird immer wärmer, je weiter es bergab in Richtung Italien geht. Bei 19,5 Grad hört es auf zu klettern. Im Auto wird es jetzt schon schön kuschelig und wir können die Heizung abschalten. Bald erreichen wir den Abzweig, der uns zu unserem ersten Etappenziel, dem Lago Maggiore, bringt. Jetzt geht's immer am See entlang in Richtung Süden und wir genießen den Blick auf den See, die umliegenden Berge und die kleinen Ortschaften, die wir durchqueren.

 

 An der Grenze zu Italien sind keine Zöllner zu sehen, wo sind denn die geschlossenen Grenzen? Alle Grenzen, die wir heute durchqueren, sind offen. Ein "Hoch" auf das offene Europa.

 

Als Zielort habe ich unserem Navi „Luino“ eingegeben, ein etwas größerer Ort am See. Bald sind wir da und erwischen gerade noch einen Parkplatz am See. Wir haben den Eindruck, dass die ganze Einwohnerschaft auf den Beinen ist und am See entlang wandelt. Es ist aber auch wunderschön, ein sanfter Frühlingswind säuselt uns um die Ohren, die Sonne spiegelt sich auf den schneebedeckten Bergen und in den Wellen, die sanft an die Mole plätschern. Die Möwen kreisen schreiend über uns, Kinder rennen lachend auf dem Weg herum und alle genießen den Frühling. Das ist das Italien, das wir lieben!

 

 

Unser Magen macht uns wieder auf die entstandene Lücke aufmerksam, als wir die vielen Menschen sehen, die Eis schleckend an uns vorbei laufen oder genüsslich in den Cafés am See ihren Espresso oder Vino schlürfen. Weiter am Seeufer entlang, und wir malen uns schon aus, dass wir in einem der Straßencafés sitzen und einen Kuchen verinnerlichen. Doch dann sehen wir auf der anderen Straßenseite ein Viersternehotel in einer wunderschönen alten Villa, das gerade einen Tag der offenen Tür feiert.

Das sehen wir uns an. Ein sehr schöner Garten, liebevoll gestaltete alt-ehrwürdige Innenräume mit Stuck dekoriert, ein sehr schöner Wintergarten mit blumigen Bleiglasfenstern - das ist es! Wir lassen uns ein Zimmer zeigen und sind sofort begeistert, in diesem bezaubernden großen Zimmer mit Seeblick bleiben wir für die Nacht. Einen Parkplatz hinter dem Haus gibt es auch. Wir holen unser Auto und checken ein. Unsere Pässe wollen wir nach dem Abendessen wieder holen. Im Restaurant lassen wir uns noch einen Champagner schmecken und ein paar "Häppchen".

 

Es ist erst 17:30 und wir machen einen Bummel durch den alten Teil des Ortes. Natürlich schauen wir uns auch die schöne Kirche an, die im romanischen Stil und gut erhalten ist. Am Seeufer lasse ich mir ein Pistazieneis schmecken. See=Stechmücken, wir gehen zurück ins Hotel. Wir ruhen uns ein bisschen aus, und um 19:30 entern wir das Restaurant, wo wir zusammen mit einem Schweizer Paar die einzigen Gäste sind. Ein perfektes Menü mit bestem italienischem Wein rundet einen perfekten ersten Urlaubstag ab. Die Speisekarte verzichtet diskret auf eine Preisnennung, lassen wir uns überraschen. Kurz vor 22h sinken wir zufrieden und "abgefüllt" ins Kingsizebett.