Heute holen wir unser Wohnmobil bei Cruise America ab, und fahren die erste kurze Strecke auf der Route 66

17.3.2014

Wir sind schon ziemlich früh wach; vielleicht macht uns die Übernahme unseres Womos und die Frage, ob alles funktionieren wird, doch etwas nervös. Um 6:00 stehen wir auf und machen uns so langsam fertig. Natürlich müssen wir dann noch abwarten, da es keinen Sinn macht vor 9:00 zum Frühstück zu gehen. Wir vertreiben uns die Zeit mit Lesen und Schreiben. Kurz nach 9:00 rufe ich bei Cruise America an, um unser Kommen anzukündigen und nachzufragen, wann wir erscheinen sollen. Die nette junge Dame sagt uns, dass es keinen Sinn macht vor 14:00 zu kommen, da noch einige andere vor uns sind, und unser Womo noch fertig gemacht werden muss. Also gehen wir erst mal zum Frühstücken.

 

Danach laufen wir noch zum AAA Büro (dem amerikanischen Bruder des ADAC), das gleich um die Ecke ist. Hier bekommen wir kostenlose USA Karten von den verschiedenen Bundesländern, und ein Verzeichnis mit Campgrounds. Wir bringen das große Paket erst mal zurück zum Hotel, und gehen dann auf die Suche nach dem Startpunkt der historischen Route 66. Glücklicherweise ist es heute nicht ganz so kalt, in der Sonne sogar einigermaßen angenehm. Wenn nur der heftige Wind nicht wäre. Ohrenschutz und Handschuhe sind immer noch unsere ständigen Begleiter. Bald haben wir den 66-Startpunkt gefunden, machen ein paar Aufnahmen und laufen wieder zurück zum Hotel. Wir haben noch etwas Zeit bis 12:00, denn dann müssen wir spätestens auschecken.

Urlaub, Route66, 2014, Chicago, St. Louis, Oklahoma City, Santa Fe, Albuquerque, Las Vegas, Phoenix, Dallas, Memphis, Springfield
Bild 1 Startpunkt der Route 66 in Chicago
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Bild 2 Metrostation in Chicago

Es ist soweit, auschecken im Hotel geht sehr schnell, ein Taxi steht auch schon bereit - nichts wie los in Richtung Mannheim Road, wo wir Cruise America finden müssen. Gegen 13:00 sind wir schon dort und kommen sogar gleich dran. Alle Papiere werden registriert. Margit hat ihren Führerschein zu Hause vergessen und wir befürchten schon, dass sie als Fahrer nicht registriert werden kann. Wir legen dann aber nur unsere internationalen Führerscheine vor und mehr will auch keiner sehen. Wir schauen uns noch ein Video zu den wichtigen Punkten im Womo an, bestellen unsere Bettwäsche und Küchenutensilien und bekommen noch 2 Campingstühle. Nachdem wir das zusammen mit einer Kaution von 500$ bezahlt haben, sehen wir unser Womo.

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Bild 9 Cruise America in Chicago von oben
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Bild 10 Layout unseres Wohnmobils
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Bild 11 Innenraum, Blick nach hinten zum Bett und der Dusche
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Bild 12 Innenraum, Blick zum Fahrerhaus

Hurra, ein fast neues Gefährt mit nur ca. 200 Meilen auf dem Tacho. Wir laden alles ein und starten. Schon seltsam, den großen Koloss mit einer Länge von fast 10m zu steuern. Die Bremsen sind sehr gut und sprechen schnell an. Daran muss ich mich erst gewöhnen, sonst gehen wir noch durch die Windschutzscheibe bei jedem Bremsen. Margit hat Hunger und will unbedingt einen Kaffee trinken, außerdem wollen wir noch etwas Einkaufen. In einem der amerikanischen Kettenimbisse lassen wir uns den Kaffee, einen Salat und Chicken Nuggets mehr, oder eher weniger, schmecken. Direkt gegenüber kaufen wir noch eine Flasche Rotwein als Einweihungstrunk, Wasser, Obst und ein bisschen Naschzeug. Da wir wegen der Kälte noch kein Wasser in die Tanks im Womo füllen dürfen, halten wir uns auch mit dem Lebensmittelkauf noch zurück.

Zuerst fahren wir jetzt mal in Richtung der Interstate 55, die wir auch bald erreichen. Dabei stelle ich fest, dass die Benutzung des Garmin Navis im Auto keine gute Idee ist, da das Display sehr schlecht abzulesen ist. Unser TomTom Navi ist noch im Koffer, das probieren wir erst morgen aus. Wir steuern erst mal eine Mall an und wollen Antifrost Flüssigkeit kaufen, die wir dann als Spülungsmittel in der Toilette verwenden wollen. In der ersten großen Mall finden wir nichts dergleichen, dafür gibt es hier einen guten Espresso und leckeres asiatisches Essen. Zurück im Womo sehe ich einen Hinweis auf eine Autoreparaturwerkstatt etc. Dort haben sie zwar Antifrostschutz, wollen aber 25$ dafür. Das ist doch ein bisschen heftig. 5km weiter finden wir einen Laden mit Autozubehör, wo ich das Zeugs für 3$ bekomme.

Wir steuern jetzt den Martin Campground an in der Nähe von Joliet. Mit dem Garmin ist es nicht einfach dorthin zu finden. Auf dem Weg hole ich mir fast die erste größere Schramme ins Womo – Glück gehabt. Als wir den gesuchten Campground finden, lassen wir`s lieber. Er macht einen total verwahrlosten Eindruck und liegt irgendwo im nowhere. Es wird langsam dunkel und natürlich immer schwieriger einen geeigneten Platz zu finden. Ausgepackt haben wir auch noch nicht! Wir fahren zurück auf die 55 in Richtung Pontiac. An der Straße entdecke ich einen Hinweis auf einen Campground und wir nehmen die nächste Abfahrt und hoffen, weitere Schilder zu finden. Leider vergebens. Nach einiger Sucherei in kleinen, engen Nebenstraßen, leuchtet uns ein Motelschild vom SUN Motel in Braidwood an. Kurzentschlossen nehmen wir dort ein Zimmer. So haben wir die Erste Übernachtung im Womo erst mal auf Morgen verschoben. Das Motel bietet für 55$ zwei schöne große Betten und, laut Prospekt, eine leistungsfähige Heizung; draußen ist es wieder saukalt inzwischen. Über den Rest schweigen wir lieber. „Psycho“ lässt grüßen. Der Teppichbelag hatte schon lange kein Date mehr mit dem Staubsauger und vermutlich sabbern Millionen von Fußpilzerregern nach nackten Zehen, die wir ihnen aber nicht gönnen. Die Zimmertür sieht aus, als hätte der Sheriff schon mal versucht sie einzutreten. Es ist trotz Heizung so kalt, dass Margit bald mit ihren sämtlichen Decken in mein Bett einzieht. Nur Kuscheln verspricht überleben in dieser Nacht.

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Bild 13 SUN Motel in Braidwood
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Bild 14 Zurückgelegte Strecke von heute, Kartenquelle: © OpenStreetMap-Mitwirkende