Heute Nacht haben wir viel besser geschlafen. Gegen 9:30 frühstücken wir in unserer "Villa". Mit dem Toaster rösten wir das Brot, das wir gekauft haben. Wir müssen höllisch aufpassen, dass uns nicht alles verbrennt und schwarz wird. Nach einem Versuch klappt es dann, aber es riecht jetzt nach verbranntem Brot. Egal, wir kratzen das Schwarze ab und lassen es uns schmecken. Die Sonne scheint, und es ist angenehm warm. Leider hat es heute Nacht ziemlich lange geregnet, sodass die Wegge jetzt ziemlich nass sind.
Lucy's Gully ist unser Ziel. Auf dem Parkplatz sind wir schnell und wandern los. Hier stehen noch 3 weitere Autos, die aber den Lehrerinnen gehören, die hier mitten im Wald eine Schulklasse unterrichten. Wir laufen los auf dem Waimoku Trail. Laut Hinweis soll es sich dabei um einen Rundweg handeln.


Ziemlich schnell führt der Pfad über Wurzeln und viel lehmigen Matsch steil nach oben. Genauso schnell bekomme ich meine üblichen Luftschwierigkeiten und muss mich ausruhen. Dann geht es wieder 10-20m weiter und wieder ist eine Pause fällig. Margit steigt schon mal vornweg, muss dann aber immer auf mich warten. Wir sind schon einige Meter nach oben gestiegen, und es wird immer schwieriger. Der Pfad ist rutschig und oft sind keine Äste oder kleine Bäume parat an denen man sich hochziehen kann.
Es reicht nach noch einigen weiteren Metern entscheiden wir gehen wieder zurück. Das wird schwer genug in diesem rutschigen Gelände. Langsam geht es abwärts, und dann passiert es leider. Ich rutsche weg und kann mich gerade noch mit dem Unterarm abfangen. Die Hose ist vermatscht, aber vor allen Dingen habe ich mir das Schultergelenk gezerrt oder verstaucht, was auch immer, es schmerzt höllich.
Nachdem alles wieder einigermaßen entmatscht ist gehen wir zurück zum Auto. Im Auto haben wir noch eine Hose, die ich erst mal anziehe, mit der matschigen kann ich nicht unter die Leute gehen. Mit der Schulter geht es einigermaßen, ich hoffe dass es nur eine Zerrung ist.
Wir beschließen ans Meer zu fahren, wir wollen uns das Wrack ansehen, das hier liegen soll. Es handelt sich dabei um das Wrack der "Gairloch", das hier 1903 auf Grund gelaufen ist. Schnell sind wir am Strand.

Hier mündet wieder ein ziemlich breiter Fluss. Zuerst wollen wir schon umkehren, denn das Wrack liegt auf der anderen Seite des Flusses. Margit entdeckt dann die Hängebrücke, die zwischen Bäumen und Büschen über den Fluss führt. Alles klar, auf der anderen Seite führt der Weg über ein privates Wiesengrundstück, es wird aber ausdrücklich erlaubt hier weiterzulaufen.
Dann sind wir an Strand und genießen die Einsamkeit hier.

Hier gibt es viel an Schwemmgut zu entdecken. Muscheln, schön geformte Holzstücke, besondere Formen von Meeresschnecken, gleich haben wir die Hände voll. Leider können wir das nicht mitnehmen, das wird einfach zu viel. Wir sind hier ganz alleine, bis auf 2 Wellensurfer, die wir gestern schon gesehen haben. Am Wrack setze ich mich auf einen Holzbalken, und Margit läuft noch ein Stück weiter am Wasser entlang. Es ist herrlich hier, warm, der Wind bläst uns um die Ohren, und die Wellen brechen manchmal mit lautem Krachen vor uns auf die Felsen und den Sandstrand.
Bald kommt Margit zurück, und wir gehen langsam am Strand zurück. Ich habe meine Schuhe und Strümpfe ausgezogen und kann ganz nahe am Wasser gehen. ich will versuchen den Fluß ganz vorne an der Mündung zu Fuß zu überqueren. Allerdings habe ich die Strömung unterschätzt, das ist doch zu heftig. Das Wasser steht mir schonfast bis zu Knien und ich bin noch nicht in der Mitte. Dann nehme ich doch lieber den Weg über die Hängebrücke.
Wir fahren zurück in unser Hüttchen und machen es uns in der Sonne hinterm Haus gemütlich.
Später macht Margit noch eine kleine Wanderung alleine zum Strand, und bringt wieder ein paar neue Eindrücke mit.
Heute Abend lassen wir uns die Reste von gestern schmecken, und bald liegen wir im Bett.
