Aktivitäten in Kuoatunu

Heute wollen wir die Gegend erkunden, wir haben beide gut geschlafen, Frühstück machen wir uns hier selbst, wir haben ja noch genug, was wir endlich verbrauchen müssen. Die Sonne scheint und los geht’s.

Wir fahren die Straße, die wir gestern angefangen haben, noch zu Ende, denn wir wollen zum Gray Fisch Strand wie ihn Alistair genannt hat. Dazu müssen wir über einen Hügel auf einer Gravel Road. Unser „Chinese“ schafft das und ist ja praktisch kein Verkehr. Irgendwann ist die Straße dann wieder asphaltiert und wir kommen in ein Gebiet, wo es anscheinend nur Ferienhäuser gibt. Wir fahren bis ans Ende der Straße, parken können wir direkt am Strand. Los geht’s zu einer Strandwanderung bis zum Ende der Bucht. Nur wenige Menschen sind hier unterwegs. Mit einem kanadischen Paar in unserem Alter, das uns am Strand entgegenkommt, schwätzen wir ein bisschen. Wir ziehen Schuhe und Strümpfe aus, das tut den Füssen gut hier im Wasserumspülten weichen Sand zu laufen. Am Ende der Bucht machen wir eine Pause auf einem Felsbrocken, Margit macht Yoga Übungen mit den Füssen im Wasser, und ich genieße einfach das Meeresrauschen, das Wasser um die Füße, den Sonnenschein und den leichten Wind, der hier weht.

Bald machen wir uns wieder auf den Rückweg. Am Auto müssen wir uns erst mal entsanden. Dann fahren wir zurück in die vorherige Bucht, wo wir nochmal zu den schönen Felsformationen wollen. Dieses Mal nehme ich mir eine Badehose mit. Das Wasser ist so herrlich klar hier. Wir gehen ein Stück weiter, hier ist niemand mehr in Sichtweite und ich kann mich an einem Felsbrocken bequem umziehen. Margit geht in der Zwischenzeit klettern zwischen den Felsen. Sie wird von einigen Möwen bedrohlich umkreist, die es anscheinend nicht lustig finden, dass jemand in die Nähe ihrer Gelege kommt. Ich gehe ins Wasser, und nach den ersten Schocksekunden ist es wunderbar. Kopf unter Wasser und ein paar Schwimmstöße hinaus aufs Meer. Zum Glück senkt sich der Meeresboden nur langsam, so dass ich immer noch etwas Bodenberührung habe. An die Wassertemperatur habe ich mich in der Zwischenzeit gewöhnt, und könnte noch gut einige Zeit im Wasser bleiben. Das hat richtig Spaß gemacht, ich bin halt Sternzeichen Fisch :o)

Wir fahren zurück in unser Hüttchen und machen eine kleine Pause. Alistair hat uns aber noch einen Tipp gegeben für eine kleine Wanderung durch „Urwald“. Ganz in der Nähe ist ein Pfad, den wollen wir finden. Wir müssen die Waitaia Road hineinfahren, und dann gucken, ob es hier Hinweise gibt. Wir finden denEinstieg und laufen los. Laut Hinweis soll das ein 2,7km langer Loop Trail sein. Über kleine Brücken führt der schmale Pfad in den Wald hinein. Wir genießen den Blick auf die Riesenfarne und die vielen Silberfarne. Der Silberfarn Cyathea dealbata – ponga in te reo Māori – ist eine Baumfarnart, die nur in Neuseeland vorkommt. Sie gilt als nationales Symbol der Neuseeländer. 

Der Pfad wird immer schmaler, es geht ständig auf und ab. Dann folgt die erste von vielen Bachüberquerungen ohne Brücke, nur über die Steine die hier im Wasser liegen. Nach dem Bach geht es wieder steil aufwärts und auf der anderen Seite wieder abwärts… und da ist schon wieder ein Bach. Auf dieser Wanderung haben wir bestimmt 8-10 Bachläufe überquert. Manche einfach, andere schwieriger, weil es rutschig ist und nichts zum Festhalten gibt. Wir kommen nur sehr langsam voran, weil ich immer wieder eine Pause einlegen muss. Ständig rauf und runter schafft mich. Irgendwann fragen wir uns, ob es wirklich ein Rundweg ist oder umkehren angesagt wäre. Durch die vielen Richtungswechsel habe ich vollkommen die Orientierung verloren, in welche Richtung wir gerade laufen. Handy funktioniert hier nicht und menschliche Wesen gibt es hier auch nicht. Es ist jetzt schon fast 18:00 und wir können noch nicht absehen, wie es weitergeht. Dann wird der Pfad aber wieder breiter und bleibt auch in etwa auf einer Höhe. Jetzt kommen wir gut voran, und können auch die ersten Zivilisationszeichen erspähen. Wir hatten uns schon fast auf eine Nacht im Wald eingestellt.

Als wir am Auto ankommen ist es fast 19:00. Wir müssen noch mal zurück zur Hütte, denn ich bin total durchgeschwitzt. Also, ein frisches Hemd und frische Jeans an und ab geht’s zur Lukes Kitchen. Heute essen wir eine Pizza. Danach gleich zurück in die Hütte, lesen und noch ein Glas Wein und ab ins Bett. 

Restaurant Lukes Kitchen
Restaurant Lukes Kitchen