Für heute haben wir eine kleine Wanderung durch den Waipoua Forest geplant. Nach dem wieder sehr leckeren Frühstück mit Obst, Eiern und Speck geht es los. Als erstes wollen wir den mächtigen Kauri Baum Tane Mahuta aufsuchen, ein Baum der von den Maoris als Wächter des Waldes verehrt wird. Der Kauri ist 51,5 Meter hoch und hat einen Rumpfumfang von 18,8 Metern hat (eine Herausforderung für den leidenschaftlichsten Baumumarmer), und man kann nicht anders, als sich bewegt zu fühlen - und unglaublich klein, wenn man davorsteht. Es ist nicht nur die physische Majestät, die Touristen nach Waipoua strömen lässt, um "den Herrn des Waldes" zu besuchen, es ist die Atmosphäre um den alten Kauri Baum. Das Alter wird geschätzt auf ca. 2000 Jahre. Irgendwie ist das kaum vorstellbar.
Da diese Baumart sehr empfindlich ist gegen eine bestimmte Pilzart, kann man den Baum nicht berühren. Am Eingang muss man die Schuhe mechanisch mit einer Bürste reinigen und die Schuhsohlen werden mit einem chemischen Mittel benetzt.
Wir stehen eine ganze Zeitlang bewundernd vor dem Kauri, dieser Anblick brennt sich ein. Wir wollen noch zu einem weiteren Kauri Trail, der nur wenige Minuten entfernt ist. Dieser Trail führt zu einem vermutlich noch älteren Baum, dem Te Matua Ngahere, ein riesiger Kauri (Agathis australis). Der Name des Baumes bedeutet "Vater des Waldes". Obwohl nicht so massiv oder groß wie sein Nachbar Tāne Mahuta, ist Te Matua Ngahere mit einem Umfang von etwas mehr als 16 Metern (52 ft) ebenfalls gewaltig. Es wird angenommen, dass es der zweitgrößte lebende Kauribaum ist, und der größte Umfang eines Baumes in Neuseeland. Da es keine Möglichkeit gibt, das Alter des Baumes zuverlässig zu messen, wurde es unterschiedlich geschätzt, zwischen 1.200 und 2.000 Jahre alt zu sein; oder zwischen 2.000 und 3.000 Jahre alt; oder sogar 4.000 Jahre alt. Eine Ressource, die von National Geographic Books veröffentlicht wurde, behauptet, dass Te Matua Ngahere der älteste Baum in Neuseeland sein könnte, während eine andere darauf hindeutet, dass es der älteste Regenwaldbaum der Erde ist.

Von den Māori sehr verehrt, wird Te Matua Ngahere von vielen lokalen Māori-Wächtern beobachtet. Der Baum hat eine Beziehung zu anderer Flora, wie Orchideen, Clubmoos und einem Rata-Baum, der darauf wuchs. Im Juli 2007 erlitt der Te Matua Ngahere schwere Schäden durch extreme Winterstürme, als die Rata, die auf Te Matua Ngahere wuchs, von starken Sturmwinden abgebrochen wurde und den zentralen Te Matua Ngahere plus mehrere Äste verletzte. Eine wunderbare Erfahrung vor solch einem alten lebenden Wesen zu stehen.
Da es nur etwa 30 min dauert den Trail zu laufen, entscheiden wir uns der Empfehlung unserer Wirtin Karen zu folgen und nach Dargaville zu fahren, um uns das dortige Museum anzusehen. Los geht’s bis dorthin sind es ungefähr 55 km, aber die Straße war praktisch leer und wir waren schnell dort. Google hat uns dabei geholfen das Museum schnell zu finden. Auch hier war praktisch nichts los. Bei einer netten Dame, die das ganze ehrenamtlich macht, wie sie uns später erzählte, kaufen wir Tickets. Im Museum ist vor allen Dingen zu sehen, wie die eingewanderten ehemaligen Jugoslawen in den Sümpfen nach verrotteten Kauri Stämmen suchten. Der Kauri Baum harzt sehr stark, und dieses Harz wurde gesucht. In mühsamer Arbeit haben sie hier Baumstümpfe aus dem Sumpf geholt und alles abgekratzt, was sich daran an Harz angesammelt hat. Dieses Harz war ein teurer Rohstoff, aus dem viele Materialien hergestellt wurden. Da Dargaville an einem Fluss liegt, sind Bootsbau und Fischfang ebenfalls in diesem Museum dargestellt. Es gefällt uns sehr gut es ist nicht groß, aber alles wird sehr liebevoll präsentiert. Da das Museum komplett von Freiwilligen geführt wird, ist es wirklich eine tolle Leistung eine so schöne Ausstellung auf die Beine zu stellen.
Bald fahren wir wieder in Richtung unserer Lodge, wo nach einer kurzen Pause das letzte sehr gute Abendessen auf uns wartet. Margit packt unsere Sachen zusammen, denn morgen ist wieder Abreisetag.
