Für heute haben wir einen Tag bei Maria und Joey gebucht. Unser Reisebüro hat uns mitgeteilt, dass wir um 9:30 am Treffpunkt von Whispering Trails sein sollen. Unsere Wirtin Karen meinte, es reicht auch wenn wir erst gegen 10:00 da sind, denn vorher geht es sowieso nicht los. Wir frühstücken also um 8:00 und kurz vor 9:00 fahren wir los. Die Strecke bis dorthin beträgt ca. 45 km über sehr kurvige Straßen. Wir kommen auch gut voran, und sind dann um 9:50 vor Ort in Whirinaki. Natürlich sind wir zu spät. Wir hätten auf unser Reisebüro hören sollen.

Egal, wir werden herzlichst empfangen von Maria und Joey sowie von 2 weiteren Gästen aus den Niederlanden, Menno und seiner Frau. (sorry habe den Namen vergessen). Von Maria und Joey werden wir nach Maori Art in deren Sprache begrüßt. Wir besprechen den Tagesablauf, und dann geht es los. Damit wir hier unsere foot prints hinterlassen, sät jeder von uns eine Reihe Maiskörner aus im Nutzgarten von Maria und Joey. Joey geht voran, macht eine kleine Kuhle in den Ackerboden und jeder von uns sät eine Reihe Maiskörner aus. Irgendwie hat das etwas Symbolisches und schafft eine Verbindung mit der Erde hier.
Anschließend fahren wir gemeinsam im Auto von Maria und Joey zu einem kleinen Bach, an dessen Rand wir Setzlinge von einheimischen Bäumen/Büschen pflanzen, Setzlinge von Nikau Palm Trees und von Manuka Sträuchern. Joey hat dabei die schwerste Arbeit. Er gräbt kleine Löcher in den mit Wurzeln durchzogenen Boden, und wir setzen die Pflanzen. In Sichtweite sind einige Waldbereiche, allerdings sind nicht überall einheimische Bäume gepflanzt. Auch hier gibt es Profitdenken und diese Leute ziehen schnell wachsende Nadelhölzer, die schnell Geld bringen.
Nach der Pflanzaktion ziehen wir weiter zu dem Meeresarm, der hier weit ins Land hineinreicht. Der Parkplatz ist in der Nähe der Koutu Boulders, die wir aber nicht zu sehen bekommen. Joey versucht mit einem Netz flunderartige Fische zu fangen. Margit und ich haben Schuhe und Strümpfe ausgezogen und waten im Wasser durch den weichen Schlamm. Hier wachsen viele Mangroven, die ihre Wurzeln bis ins Wasser ausstrecken. Heute ist Flut aber sehr stark, daher können wir im Wasser nicht weiterlaufen. Joey war im ersten Anlauf nicht erfolgreich, und läuft immer weiter durch Gras und Büsche am Rand entlang. In der Zwischenzeit hat uns Maria Gummistiefel geholt, damit ist es etwas einfacher durch das unwegsame Gelände zu laufen. Joey ist leider auch mit dem 2ten und 3ten Anlauf nicht erfolgreich und wir geben es auf. Heute gibt es keine Fische zum Picnic. Maria singt uns ein wunderschönes Lied in maorischer Sprache vor. Wir genießen die Atmosphäre hier am Meer.

Zurück zum Auto, wir fahren auf den Parkplatz an der Bucht, in der laut Geschichte der erste Entdecker von NZ gelandet ist. Kupe war in der Mythologie der Māori mancher Stämme einer der Entdecker von Aotearoa/Neuseeland. Es gibt zahlreiche Versionen dieser Entdeckungsreise, die sich von Stamm zu Stamm in Details unterscheiden. Der Zugang zur Bucht wird durch 2 mythologische Guardians bewacht. Die Nord- und Südzugänge der Bucht Hokianga sind als Wächter bekannt, Āraiteuru bzw. Niua, benannt in der Māori-Legende nach dem polynesischen Entdecker Kupe. Diese Taniwha (mythologische Kreaturen) wurden von Kupe platziert, um die Hafeneinfahrt zu schützen und Reisende zu führen. Āraiteuru ist mit der Südspitze verbunden, während Niua mit der Nordspitze verbunden ist.
An diesem für die Maori sehr wichtigen Ort singt Maria ein Lied. Mit dem Blick auf die Einfahrt in die Bucht ist dies sehr ergreifend. Wir wandern anschließend den Weg bis zur Südspitze, von der aus man einen wunderbaren Blick auf den Norden und das Meer hat. Zurück am Parkplatz haben Maria und Joey in der Zwischenzeit ein Picnic vorbereitet. Gemütlich sitzen wir am Auto und verspeisen die mitgebrachten Sandwiches und den leckeren mit Kokos angemachten Fischsalat. Beide beantworten uns hier noch viele Fragen zur Kultur, Denk- und Lebensweise der Maoris. Es gibt kein Tabu für Fragen. Es fängt an zu tröpfeln und wir brechen auf, zurück zum Haus der beiden.
Hier verabschieden sie uns auf traditionelle Weise, in dem wir die Nasen aneinander reiben. Der Hongi ist ein traditioneller Māori-Gruß, bei dem zwei Menschen ihre Nase und Stirn zusammendrücken und symbolisch den Atem des Lebens austauschen (ha). Diese Geste bedeutet eine tiefe Verbindung und Einheit, die die Besucher und Gastgeber in ein Volk einbindet.


Wir fahren zurück in unsere Lodge lesen noch ein bisschen, dann ist es auch schon Zeit zum Abendessen. Genießen und dann Pó marie ….gute Nacht.
